Herr Holm – Stille Nacht

Nach dem überwältigenden Erfolg seiner Aufklärungskampagne im St. Pauli-Theater hat die Hamburger Polizeidirektion Herrn Holm mit einem neuen Projekt auf die Bürger unseres Landes angesetzt.

Es ist der Weihnachtsabend, der die Polizei jedes Jahr wieder vor schier unlösbare Probleme stellt. Was als Fest der Freude und Besinnung mit Kaffee und Kuchen beginnt, und mit dem Absingen des weihnachtlichen Liedgutes und der reichen Bescherung seiner Erfüllung zustrebt, findet für viele Familien seinen eigentlichen Höhepunkt in einem handfesten Polizeieinsatz. Zerschlagenes Mobiliar, brennende Tannenbäume, gekreuzigte Weihnachtsmänner und verlorene Hoffnungen sind die Bilanz der Heiligen Nacht – jedes Jahr von neuem.

Getreu dem Motto „Vorbeugen statt einsperren“ werden Bürger, die wiederholt durch unchristliches Verhalten am Heiligen Abend auffällig geworden waren, nun nachdrücklich von Herrn Holm zu einer zentralen polizeilichen Weihnachtsfeier geladen. Wer nicht zu Hause eigenverantwortlich mit Verwandten fröhlich wird, muss es eben unter Aufsicht tun. Auch Feiern will gelernt sein – besonders am Heiligen Abend.

Der Bürger erfährt, wie mit dem göttlichen Seitensprung Marias und der Geburt eines kleinen Jungen vor nunmehr 2000 Jahren eine Entwicklung begann, deren Auswirkungen uns bis heute verfolgen: Vom Schmücken des Weihnachtsbaumes über Auswahl und Verpacken von Geschenken bis hin zum Anstimmen besinnlicher Lieder unter Alkoholeinfluss.

Doch über allen diesen unnachahmlichen „Belehrungen“ von Herrn Holm steht natürlich auch bei der zentralen Weihnachtsfeier der Polizei Spaß und Unterhaltung. Eigens für diesen Abend wurden zwei Mitglieder des Hamburger Polizeiorchesters, die Kollegen Rehbein und Sittich, freigestellt, um gemeinsam mit Herrn Holm den Bürgern auch musikalisch einzuheizen.

Wer nicht vorgeladen ist, sollte sich freiwillig melden.

„Herr Holm – Stille Nacht“ wird seit 1998 immer zur Weihnachtszeit im Hamburger St. Pauli-Theater gespielt und gehört dort zu einem der erfolgreichsten Theaterprogramme.